Tipps für die Gestaltung einer Monographie

 
 

 
 
Den nachfolgenden Beitrag habe ich zum 5jährigen Bestehen meiner Facebook-Gruppe „Fotostrecken- und Publikationen“ geschrieben und gern möchte ich ihn an dieser Stelle auch in meinem Blog verankern.
 
 

 
 
Das mit weitem Abstand verbreitetste Thema bei Bildstrecken in den sozialen Medien und andernorts – zumindest bei Jenen, bei denen es im engeren Sinn um Menschen geht -, ist die Monographie. Nicht sonderlich originell – das war es schon nicht, als ich vor knapp 10 Jahren mit den Arbeiten an meiner ersten Monographie begann -, aber mit ganz viel Potential.
 
Nachfolgend möchte ich ein paar Tipps zur Gestaltung von Monographien geben, die das Ergebnis eigener Bemühungen, aber auch das Ergebnis aus den Coachings und Workshops in den letzten Jahren zu diesem Thema sind. Diese Tipps gebe ich dabei in dem vollen Bewusstsein, damals bei meinen Erstlingswerken teilweise auch noch anders gehandelt zu haben … 😉
 
(Wenn ich in der Folge über das Thema „Monographie“ spreche, ist es völlig unerheblich, ob es sich um eine Serie von 3-5 Bildern handelt, oder um einen ganzen Bildband über mehrere Hundert Seiten! Alles, was ich sage, gilt in gleicher Weise für das eine wie für das andere.)
 
 

 
 
Wenn man eine Monographie macht, gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Ansätze (sowie deren Mischform):
 
Variante 1
Man beschränkt sich darauf, unterschiedliche Facetten des Protagonisten zu zeigen – dann verzichtet man tunlichst auf längere Einzelstrecken. Das Zauberwort lautet „Abwechslung“! Verschiedene Locations, verschiedene Tageszeiten, verschiedene Outfits und/oder verschiedene Stimmungen/Emotionen.
 
Variante 2
Man versucht, eine Geschichte zu erzählen (bzw. eine Stimmung zu erzeugen – die Geschichte im Kopf des Betrachters ergibt sich nicht selten zwangsläufig). Das ist in der Regel spannender für den Betrachter, aber dafür braucht es unbedingt etwas, das mir in den allermeisten Fällen, die ich hier und anderswo sehe, zu kurz kommen:
 
Ich spreche von den so genannten Establisher- oder Mood-Bildern! Bilder, die der Verortung dienen und Bilder, die eine Stimmung erzeugen (und somit eine Geschichte erzählen). Bilder, auf denen häufig der Protagonist NICHT zu sehen bzw. zumindest nicht zu erkennen ist!
Um zu visualisieren, wie es vor Ort gewesen ist, muss ich die Sinne des Betrachters ansprechen! Wärme, Glück, schlechtes Wetter, Dunkelheit, Melancholie – all das kann man zeigen, ohne zum wiederholten Male einfach nur den Protagonisten zu porträtieren! Spätestens nach 5 Bildern weiss ich, wie er/sie aussieht, aber was erzählt er/sie mir? Beziehungsweise: was erzählt mir der Mensch HINTER der Kamera mit den Bildern?
 
 

 
 
Schafft Abwechslung! Detailaufnahmen, Übersichtsaufnahmen und vor allem Protagonist in Bewegung! Versucht, wie ein Regisseur zu denken! Für eine Geschichte reicht es nicht, Abbilder aneinanderzureihen. Man sollte sie stets mit Prozessbildern mischen! Abbilder beschreiben, wie etwas ist. Prozessbilder beschreiben, wie etwas passiert – bzw. geben einen Hinweis darauf, was gerade passiert ist (oder in Kürze passieren wird). Ich empfehle in diesem Zusammenhang das tolle Buch „Eins reicht“ von Sebastian H. Schöder (dpunkt.Verlag).
 
Arbeitet mit Symbolen! Arbeitet mit Metaphern! Lasst Raum für die Interpretation des Betrachters! Erzählt nicht zu plakativ! Traut Euch, abstrakt zu denken und abstrakt zu fotografieren!
 
Und das Allerwichtigste: habt Spass!
 
 
PS: alle Bilder aus diesem Artikel entstammen meiner Monographie „what if?“ und natürlich ist dort die großartige Katharina nicht nur von hinten zu sehen … ;)
 
 

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