Radio Jorns #19

„Warum fotografieren die meisten Fotografen*Innen junge Frauen?“. Der unmögliche Versuch, einer kurzen Antwort. Musik: Leonard Cohen und Natalie Merchant

6 Beiträge zum Thema "Radio Jorns #19"

  • Vielen Dank für die Darstellung deiner Sichtweise zu Leonard Cohens Werk. Ich habe den Podcast zwar nur bis zum ersten Song von Natalie Merchant gehört, möchte aber trotzdem jetzt schon etwas ergänzen. Die „frühen“ Studioalben von Cohen sind mehr oder weniger spurlos an mir vorbeigegangen, Suzanne gehörte damals zu den Songs, bei denen ich die Lautstärke des Radios gern ganz herunterfuhr. Die Abneigung bezog sich nur auf die Musik, nicht auf den Text. 1988 war ich überrascht über ein neues Album (I’m Your Man), das ich mir umhegend als CD „gönnte“. Mir gefiel es durchgehend sehr gut und mein Interesse für Cohens weiteres Schaffen war geweckt. Als er in hohem Alter noch auf Tournee ging, habe ich zwei seiner Konzerte besucht. Diese Konzerte stellen jedes Studio-Album in den Schatten. Mit hervorragenden Begleitmusikern (die werden eigentlich zu Unrecht viel zu selten erwähnt) präsentierte er seine besten Songs, bei denen er seinen Begleitern immer wieder Raum für Improvisationen gab und die er anschließend gern namentlich erwähnte. So die Webb Sisters, die die Backgroundstimmen neben Sharon Robertson beisteuerten, der Gitarrist Bob Metzger, der Saxofonist Dino Soldo, um nur einige zu nennen. Das Cohen-Album „Live in London“ (2008) gehört für mich zu den Juwelen, die man im Plattenschrank stehen haben sollte. Gibt es übrigens auch als DVD. Bei den Cohen-Covers sind zwei Versionen von „Bird on a wire“ erwähnenswert: Interpretin Ebba Forsberg (Album: Take my waltz, Ebba Forsberg sings Leonard Cohen). Und noch mal „Bird on a wire“: Interpreten: Katey Sagal & The Forest Rangers, Songs of Anarchy. Viele Grüße, Martin.

    Hans-Martin Dölz

  • Habe gerade die neue Folge gehört.
    Die Musikauswahl ist wieder Super. Ich freue mich schon auf die nächste Folge.
    Dank des Unwetters das du angesprochen hast kam ich diese Woche nicht dazu meine Podcasts zu hören. Habe diese Woche im Homeoffice gearbeitet. Da ich nicht Auto gefahren bin konnte ich leider keine Podcasts hören. Das hole ich nun am Wochenende nach. Da Passt die Musik echt gut zum Relaxen.
    Ich hoffe es kommen noch mehr folgen. Sie eröffnen mr unbekannte einsichen in die großen Weiten der Musik.

    Danke dafür.

    Rüdiger Mohr

  • hach …
    moin andreas!
    herzlichen dank fuer dieses „neue“ format!
    deine musikalischen tips waren schon immer gut … auf diese weise ist es nochmal der „bessere podcast“ … und besonders fuer diese folge und das musikalische aufruetteln!
    leonard und natalie wandern direkt wieder ins auto!
    herzlichen dank und bitte gaaaanz lange weiter so!!
    winterliche gruesse aus dem weissen norden!
    joerg

    joerg

  • Hallo,

    Ich verstehe die Klage nicht! Wenn das schöne Gesicht einer Frau auf einem Foto bewundert wird, dann hat der Fotograf doch alles richtig gemacht! Er hat die Frau dann doch richtig ins Szene gesetzt. Er muss sich also gelobt fühlen. Meine ich.

    Gruß Volker krause

    Volker Krause

  • Vielen Dank, Julian!

    LG Andreas

    admin   (Post author)

  • Hallo,

    vielen Dank für den großartigen Podcast. Ich würde gerne auf den von Dir ab Minute 52:40ff. aufgeworfenen Aspekt des fotografischen Feedbacks eingehen.

    Ein Objekt wird dann als ein von „natürlichen“ Objekten unterschiedenes (fotografisches) Kunstwerk wahrgenommen, wenn erkannt wird, dass es sich um ein Ergebnis des Handelns von jemandem handelt – als solches ist es artifiziell. Das Kunstwerk stellt also eine eigene (fiktive oder imaginäre) Realität fest, welche sich von der gängigen Realität unterscheidet (sog. Realitätsverdoppelung). Das wahrgenommene Objekt muss daher auf eine andere Ordnung als die gewohnte bezogen werden – andernfalls werden nur Farbflecken, Klangsequenzen oder (wie in der Fotografie) eine abgebildete Realität wahrgenommen, aber nicht das Kunstwerk als solches.

    In der Fotografie ist es häufig so, dass das Dargestellte über die Darstellung triumphiert (sog. Nicht-Existenz des fotografischen Bildes). Das Foto als Objekt fällt also unter die Wahrnehmungsschwelle. Deshalb wird etwa die eigentliche Fotografie einer Person (Porträt) nicht als Foto (oder Kunstwerk) wahrgenommen, sondern als die Person des oder der Abgebildeten. Es ist, als würde in der fotografischen Darstellung das Bild zugunsten des Dargestellten verschwinden. Ich vermute, dass Du diesen eingeschliffenen mentalen Mechanismus meintest, als du beklagtest, dass in einigen Kommentaren deiner Instagram-Posts das schöne Gesicht der abgebildeten Frau, aber nicht deine Leistung als Fotograf gewürdigt werde („In solchen Situation könnte ich als Fotograf in den Garten rennen und meine Ausrüstung verbrennen“).

    Ich habe gerade bei Deinem Bildband „Friday’s Child“ den Eindruck, dass Dir die Sabotage des flüchtigen Blicks zugunsten der Wahrnehmung als (fotografisches) Kunstwerk durch das Spiel mit Unschärfe und Abstraktion besonders gut gelingt.

    Viele Grüße

    Julian Jakob Strauß

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