„Ganz schön viel Werbung. Du musst es ja nötig haben.“

Ja, habe ich! Und Du hast keine Ahnung von der Selbständigkeit!
 
Wo fange ich an? Es ist vielleicht an der Zeit, mit der ein oder anderen Legendenbildung aufzuräumen. Es gibt viele Menschen. die offensichtlich glauben, dass mir die Sonne aus dem Arsch scheint: hier eine Bildbandveröffentlichung, dort eine Reise nach Schlagmichtot, dann die „Erfolgsgeschichte“ meines Fine-Art-Magazins „aj“ und überhaupt „hat er immer nur die schönsten Frauen vor der Kamera – und meistens auch noch nackt“. Mehr geht ja nun wirklich nicht ..
 
 

 
Ich stelle fest: mir scheint die Sonne NICHT aus dem Arsch! Wie wahrscheinlich jeder andere Selbständige auch bin ich ständig am Rudern, wie (fast) jeder Fotograf habe ich meine Ups and Downs. Es ist immer wieder hart, wenn ein Projekt nicht so funktioniert wie man es sich vorgestellt hat und es kostet sehr viel Blut, Schweiss und Tränen, ein Projekt zum „Erfolg“ zu bringen – wobei ich für mich „Erfolg“ sehr (!) viel bescheidener formuliere, wie es sich die meisten Aussenstehenden überhaupt vorstellen können – aber dazu später mehr. Beschwere ich mich? Nicht einmal im Ansatz! Ich bin einer der glücklichsten Menschen der Welt, habe die beste Ehefrau von Allen und ich habe mich aus freien Stücken entschieden, mit dem, was ich gern mache, meine Brötchen zu verdienen. Dass dies deutlich kleinere Brötchen als in meinem alten Beruf sind, habe ich von Anfang an gewusst. Und damit komme ich gut klar – auch Dank der Unterstützung der besten Ehefrau von Allen. Aber es scheint doch an der Zeit, einmal darauf hinzuweisen, dass einem als freischaffender Fotograf nichts geschenkt wird. Im Gegenteil! Ohne die Bereitschaft von Investitionen – zum Teil erheblichen Investitionen – geht einfach nichts. Jede neue Ausgabe von „aj“ kostet Geld, jeder neue Bildband kostet Geld – wir reden bei Letzterem von deutlich fünfstelligen Beträgen! Du kannst nicht zur Druckerei gehen und sagen „mach erst mal nur 50 Stück – ich weiss noch nicht, wie sich das verkauft“ – die fangen im Prinzip erst ab einer Auflage von 1.000 Exemplaren an, darüber nachzudenken (zumindest wird es ab solchen Auflagen wirtschaftlich interessant).
 
 

 
Wie die (wenigen) anderen Kollegen, die ihre Arbeiten regelmässig in gedruckter Form an den Mann (resp. die Frau) bringen, arbeite auch ich ohne Netz und doppelten Boden. Kein Verlag, kein Sponsor, kein Crowdfunding. Eigenvertrieb und Selbstvermarktung heissen die Zauberworte. Und da liegt dann auch schon der Hase im Pfeffer – wenn Du nicht reichlich und gut „trommelst“ passiert genau … NICHTS! Schalte ich nur für zwei Wochen keine Werbung, gerät in Vergessenheit, dass es mich gibt bzw. dass ich Bildbände und Magazine zu verkaufen habe. So sind die Zeiten und offen gestanden ist das nicht wirklich neu. In meinen Zeiten als Unternehmensberater habe ich mittelständische Unternehmen auch in diesen Dingen beratend begleitet. Noch immer gilt, dass die gesündesten und am besten funktionierenden Unternehmen diejenigen mit dem höchsten Werbeetat sind. Es ist ein völliger Irrglaube, dass sich Konzerne wie Apple, Coca-Cola und Procter&Gamble auf ihren Lorbeeren (sprich Bekanntheitsgrad) ausruhen können. Folgerichtig sind dies die Unternehmen mit dem höchsten Werbeaufwand. Umgekehrt gilt, dass Du in 9 von 10 Fällen ein fusskrankes Unternehmen daran erkennst, dass es aufgehört hat, zu werben. Insofern ist die Aussage „Ganz schön viel Werbung. Du musst es ja nötig haben.“ einfach nur dämlich – sorry to say. Und offen gestanden geht mir das Bashing gegen die beworbenen Beiträge auf Facebook nicht nur deshalb schwer auf die Nerven – ganz offensichtlich wissen die Absender nämlich genau gar nichts darüber, wie es ist, als Selbständiger täglich auf’s Neue dafür zu sorgen, dass die Miete auch in drei Monaten wieder bezahlt werden kann …
 
 

 
Das ist auch einer der Gründe, warum mich Workshop-Stornos ärgern, die mit den Zeilen daherkommen „Bei mir passt es gerade doch nicht, aber Du hast ja bestimmt jede Menge Interessenten auf der Warteliste.“ … darum frustriert mich die Tatsache, dass ich bis zu zwei Monate dem Geld von Abonnenten meines Magazins hinterherlaufen muss. Ganz offensichtlich glauben viele Menschen, dass mir das Geld aus den Ohren läuft. Ich kann Euch eines versichern: KEINEM Künstler läuft das Geld aus den Ohren (die oberen 0.1% mal ausgenommen)! Insbesondere dann nicht, wenn er wie ich keine Auftragsarbeiten mehr macht. Dafür gebe ich hin und wieder Workshops – solange ich noch etwas zu sagen habe UND es wirklich sehr gern mache, werde ich das auch weiterhin tun. Es subventioniert mir die Print-Produkte und und deswegen bin ich sehr dankbar, dass ich dies in dieser Form tun kann und dass so viele fotografiebegeisterte Menschem zu mir kommen, um zu erfahren, wie ich es mache und warum ich es mache. Und wenn jetzt der ein oder andere sagt „Stopp, Moment mal – wieso musst Du die Print-Produkte denn überhaupt subventionieren? Verdienst Du da nicht mehrere Fantastilliarden mit?“, entgegne ich „leider nein, leider gar nicht …!“.
 
Schaffen wir mal Fakten: mir geht es gut – ich kann/will mich nicht beklagen. Und dennoch … von Ausgabe Nr. 1 von „aj“ habe ich Stand heute (14 Monate nach Veröffentlichung) ca. 800 Exemplare verkauft (und somit nähern wir uns so langsam aber sicher dem Ende des Bestands), von Nr. 2 ca. 500 Exemplare und von Nr. 3 ca. 300 Exemplare. Bedeutet, dass ich mit #01 einen kleinen Gewinn erwirtschaftet habe, #02 deckt mit seinen Verkäufen die Gestehungskosten und die Verkäufe von #03 decken bisher nicht einmal die Druckkosten. Das ist die traurige Wahrheit. „Traurig“ deswegen, weil mich der ein oder andere vielleicht schon auf dem Weg zur ersten Million gewähnt hat. Ist nicht der Fall. Wird nicht passieren. Noch mal: für die Million hätte ich definitiv in meinem alten Beruf bleiben müssen. Stellen wir fest: Summa Summarum ist das Printmagazin ein Nullsummenspiel. Die Produktion ist einfach zu teuer (weil ich nicht mehr als 1.000 Exemplare abnehmen kann/will) und meine Qualitätsanforderungen sind einfach zu hoch. Wenn ich es nicht in der Qualität drucken lassen kann, mache ich es gar nicht. Flyeralarm und Co. sind keine Option! Und wisst Ihr was? Ich bewerte die genannten Zahlen – immerhin reden wir hier von einer Geschichte, die gerade erst ein gutes Jahr am Markt ist – als grossen Erfolg! Ich bin sehr happy damit! Der Markt für Bildbände und Fine-Art-Magazine ist klein – eine wirklich Nische. Und deshalb können sich die genannten Zahlen auch durchaus sehen lassen – auch wenn der ein oder andere Aussenstehende vielleicht mit ganz anderen Mengen gerechnet hat.
 
 

 
Und deswegen mache ich auch weiter mit „aj“. Natürlich mache ich weiter mit „aj“! Das ist mein Baby und ich liebe es … Basta! Aber es ist kein Selbstgänger! Natürlich ist es kein Selbstgänger! Und deswegen mache ich dafür Werbung! Weil es etwas ganz Großartiges ist und weil ich will, dass es „Jeder“ erfährt, dass es so etwas gibt. Damit, dass es Menschen gibt, die mein Zeug nicht mögen, kann ich gut leben – ehrlich! Jammerschade finde ich, dass es so viele Menschen gibt, die nicht davon wissen. Also versuche ich, diese Menschen zu erreichen. Deshalb werde ich erstmals nach einer Bildband-Veröffentlichung in diesem Jahr auf Reisen gehen, um den Menschen davon zu erzählen. Und ich mache das sehr gern! A pro pos: im Juli erscheint er, mein neuer – mein dritter – Bildband und ich habe schon an anderer Stelle hin und wieder erwähnt, wie wichtig er mir ist. Und weil er mir wichtig ist, investiere ich alles in allem einen schicken Mittelklassewagen in dieses Projekt. Verständlich, dass ich dann ein gesteigertes Interesse daran habe, auch das ein oder andere Exemplar zu verkaufen. Was nichts anderes bedeutet, dass Ihr ab dem Frühjahr wieder den ein oder anderen „Werbebeitrag“ von mir sehen werdet. Seid dann bitte nicht genervt! Teilt diese Beiträge stattdessen in Eurem Freundeskreis und sorgt so dafür, dass sie noch mehr zu sehen bekommen. Je mehr Verbreitung meine Beiträge haben, desto weniger muss ich davon schalten … ;)
 
So sieht es also aus als Fotograf – zumindest wenn er sich zunehmend der künstlerischen Fotografie verschreibt und keine Auftragsfotografie mehr macht. Möglicherweise sieht es bei den Kollegen, die eine andere „Strategie“ fahren, ganz anders aus und ihnen scheint tatsächlich die Sonne aus dem Arsch – wenn dem so ist, habe ich mich jetzt halt allein zum „Deppen“ gemacht. So ganz glauben mag ich das allerdings nicht …
 
In diesem Sinne: bleibt mir gewogen und haltet die Ohren steif!
 
Euer Andreas

30 Beiträge zum Thema "„Ganz schön viel Werbung. Du musst es ja nötig haben.“"

  • Hallo Andreas,
    Dein Beitrag mag helfen, manchem die Illusionen über das Dasein des selbständigen Fotografen zu nehmen. Gut so.
    Persönlich stört mich die Werbung eher weniger. Aber dass im Laufe der Zeit Dein eigenes Konterfei immer häufiger auftauchte, nervte dann doch etwas. Vermutlich siehst Du das als Teil Deiner „Marke“, aber es kann als Selbstverliebtheit aufgefasst werden. Zutreffend oder nicht.
    Es bedient in den Augen mancher halt das „Star“-Klischee eines Fotografen, der es „geschafft“ haben muss.
    Herzliche Grüße,
    Thomas

    Thomas Richter

  • Wo gibt es Werbung von Dir? Würde ich gerne teilen! ;-)

    Volker Stocker

  • Ehrliche Worte, kommt sehr gut rüber. Ein wenig bestätigt mich das in dem Glauben, die Fotografie weiterhin als engagiertes Hobby zu betreiben, ist eine gute Idee. Deine Bilder sind klasse, gebe gleich die länst fällige Bestellung auf.

    Rainer Lonsing

  • Ich habe ein Buch von dir gekauft, ohne Werbung. Habe es im Buchladen gesehen und es hat mich überzeugt und ich mag es nach wie vor sehr gerne. :)

    Den Artikel hier finde ich aber sehr „mimimi“, mach was dir Spaß macht und verdiene auch gerne dein Geld damit, wenn du möchtest. Aber der Ausdruck „Ganz schön viel Werbung. Du musst es ja nötig haben.“ Sagt ja nur, dass Leute sich davon belästigt fühlen und das wird so sein, wenn du exzessiv Werbung machst. Ich würde versuchen konstruktive Kritik draus zu ziehen. Sicher wird der ein oder andere aufgehört haben, die zu folgen o.Ä. weil es ihm oder ihr zuviel Werbung war.

    Steffi

  • Werbung nützt. Hatte bisher lediglich seit einiger Zeit Deine Bilder auf Instagram bewundert und hätte sonst gar nicht gewusst, dass Du auf Bildbände und Magazine vertreibst. Habe gerade erst einmal bestellt. :)

    Oliver Fink

  • Ich freue mich auf den nächsten Bildband (sicher auch mit Werbung!).

    Gruß
    Gunter

    Gunter

  • Totaler Quatsch !!! Die allerbeste Ehefrau von allen habe ich ;-) Im Ernst: Cool geschrieben. Soll ruhig mal geäußert werden.
    Gruß, Monti

    Matthias Montillon

  • so ist es! Tolle Arbeit und weiterhin guten Erfolg!

    Liebe Grüße,
    Mat

    Mat

  • Ehrlich und direkt, so wie man dich kennt. Finde ich sehr auf den Punkt getroffen und einfach echt und real!
    Viel mehr sollten so sein, denn im Internet iSt es leider oft mehr Schein statt sein!
    Ich hoffe du machst immer so weiter und wünsche dir den größten Erfolg.

    Pia

  • Nun habe ich den ganzen Artikel aufmerksam gelesen, kann aber leider nur kurz antworten. Ich bin von Deiner offenen, ehrlichen Art begeistert. Diese Art der Eigenwerbung finde ich beeindruckend. Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinen weiteren Weg.

    Joachim Hasche

  • Hallo habe gerade ihren Bericht gelesen und muss sagen wirklich toll geschrieben es zeichnet einen Menschen aus der mit Herz und Seele an der Fotografie hängt. Was auch so sein muss, den sonst entstehen keine tollen Aufnahmen und man würde irgend wann die Arbeit nicht mehr mögen. Ich selber bin auch so ein Mensch nur leider habe ich den Sprung dort hin wo sie sind noch nicht geschafft. Ich wäre froh wenn ich schon einen festen Weg hätte um das umzusetzen was mir schon seit 5 Jahren im Kopf sitzt. Nur denke ich viel zu viel nach. Ich finde es gut das es so Fotografen wie sie gibt und ich wäre gerne nur Ansatzweise so.

    Sebastian

  • C O O L !!!

    Kai Brücher

  • Hallo Andreas,
    hätte auch vermutet, dass Du mit aj viel mehr Erfolg hättest, als Du sagst. Finde das Magazin nämlich grandios und freue mich schon auf das Nächste. Werde Deine Beiträge ab sofort teilen, vll hilft das, wenn einfach mehr Leute davon wissen. Und Dein Buch ist schon so gut wie gekauft. Bleib dran und Danke für Deine tollen Bilder, die mich immer wieder inspirieren.
    Ganz liebe Grüsse
    Christine

    Christine

  • meine Erfahrung ist die, meist meckern und sind die unzufrieden die ihre Komfortzone noch nie verlassen haben. Sie können nicht verstehen und nachvollziehen was es heißt Selbstständig zu sein und ohne doppelten Boden (soziale Absicherung) auszukommen. Zu bestehen unter den Umständen war nie leicht und wird es in der heutigen Zeit auch nicht leichter werden. Nur durch Beharrlichkeit und den Mut sein Ding zu machen wird dauerhafter Erfolgreich werden. Mein Eindruck nach etwa fünf Jahren aus dem gröbsten raus zu sein, hat bei mir nicht zugetroffen. Erst in den letzten Jahren kommt bei mir die Sicherheit auf dass ich das auf Dauer auch so überleben kann. (ich bin seit 15 Jahren Selbstständig) Mut ist aber immer noch das Beste was dir passieren kann mit der Zuversicht Sein Ding zu machen und sich nicht zu verbiegen nur um anderen zu gefallen.
    Und das mit der Werbung, wie du schreibst wenn du dich nicht meldest wird sich keiner für deine Arbeit interessieren. Nur im Kämmerchen zu sitzen und zu warten bis der Erfolg kommt? Ich garantiere dir, er wird nicht kommen, er kennt deine Adresse ja nicht.
    Ich habe von dir viel erhalten und bin dir dafür sehr dankbar.
    Peter

    Peter Krieger

  • Herzlichen Dank Andreas,

    für Deine klaren Hinweis darüber, dass selbstständig zu sein ganz gegensätzlich zu dem Lifestyle den uns der ein oder andere Facebook Influenser-Fotograph vermitteln mag ist. Eigentlich kann es einem ja egal sein, ob die Fassade auch ein Haus dahinter hat. Schließlich ist „fake it till u make it“ erfolgreich und daher auch so oft anzutreffen. Dennoch nervt es. Dieser vermutliche fame, die likes, das easy living bringt immer neue von wem auch immer gesponserte Teilnehmer auf den Plan. Wie das Kunstschaffenden wie Dir und dem banalen Auftragskünstler das Leben schwerer macht brauche ich nicht auzuführen. Ich bin Dir dankbar für die Anregungen, die Inspiration in Bild und Wort. Ich hoffe, dass es weitere Photographen gibt welche über das Ausmaß des Berufes berichten.

    Christoph Ammon

  • Tolle Worte und so ehrlich!
    Gut gemacht Andreas. Tue was du liebst und wie ich schon oft – besonders in den letzten Jahren – fest gestellt habe: Der Weg zum Glück führt nicht übers Geld! Das einzig wichtige ist, dass unterm Strich am Ende des Quartals eine schwarze und keine rote Zahl steht.. Dann passt das schon.. Verschenke Dein Herzblut an das was Du liebst und teil es mit denen die Deine Passion ebenso lieben..
    Ich hoffe wir sehen Dich auf Deiner Bildband-Reise.. Stimmt, da war doch noch was ;-)

    Hau rein Großer!

    Jens Gerlach

  • Lieber Andreas,

    was Du schreibst, hat Hand und Fuß. Dem gibt es absolut nichts entgegen zu setzen. Vielen Dank für diese Zeilen.

    Uwe

  • Mich beeindrucken Deine offenen Worte, danke!

    Thomas

  • Sprichst mir aus der Seele Andreas! Kenn ich nur zu gut! Und ich glaube, wir sind uns da sehr ähnlich. Auch das verstehen viele nicht, dass ich das toll finde und dich sehr schätze, als Kollegen und so wie ich dich kennen gelernt habe als Mensch, denn eigentlich bist du ja „Konkurrenz“ oder das was dem am nächsten kommt. Und ich empfehle dich auch noch weiter ^^ haha Aber ich sehe das einfach anders. Konkurrenz gibt es in der Kunst nicht, da sie ja Ausdruck von Persönlichkeit ist und da sind wir alle einzigartig! Das ist auch das wichtigste was es gibt, denn meine Leistung an Sich ist absolut austauschbar, ich als Person bin es nicht. Auch ich würde besser in meinem Job als Art Director eines Marktführenden Verlages bleiben und ich werde als Fotograf wohl nie das „verdienen“ was ich als dieser verdient habe, was solls? Bin ich glücklich als Fotograf? Scheisse, ja!! Dir wünsche ich weiterhin viel Erfolg und hoffe, ich sehe noch viel von dir :) So und jetzt bestell ich mir dein Magazin :P

    Marco Gressler

  • Wunderbar Andreas, ich mache es kurz. Toll das Du so offen bist.
    Älter werden UND selbständig sein ist definitiv nichts für Feiglinge.

    Zwei kleine Korrekturen. Ich denke es sind weniger als 0,1% die davon fürstlich leben können und ICH habe die beste Ehefrau von allen. Musste mal gesagt werden ;-)

    Weiterhin alles Gute:
    Ich gönne Dir den Erfolg von ganzem Herzen

    Grüße aus dem Süden

    Martin

    Martin Duerr

  • Hallo Andreas,

    ich bin froh, dass Du so viel Zeit und auch Geld in das Magazin aj und Deine Bildbände steckst. Dein Bilder sind eine große Inspiration und es macht einfach Spaß Deine Werke anzuschauen. Es gibt sogar einige meiner Bekannten die zu Besuch kommen und dann Deine Bildbände entdecken oder die Magazine. Und jeder der Sie sich anschaut sagt, dass es so schöne und natürliche Aufnahmen sind (nebnbei bemerkt: was heute nicht unbedingt die Norm ist).

    Es ist einfach schön zu sehen, wie Du mit Kritik umgehst und dich nicht beirren lässt, dass zu tun was Dir am meisten Freude bereit. Also „Spam“ mich gerne weiter voll mit Deiner Werbung. Ich werde auf jeden Fall weiterhin dein Magazin und Deine Bildbände kaufen.

    Viele Grüße vom Bodensee

    Tobias

    Tobias Isted

  • Hallo Andreas, mir Brauch niemand etwas über die Selbstständigkeit zu sagen. 24,5 Jahre war ich es, seid 1,5 Jahren bin ich jetzt Angestellter…Das Blitz Kochbuch nehme ich immer noch zur Hand, um noch mal nach zu lesen. Wenn ich mit dem Teilen helfen kann, gerne, ich drücke Dir die Daumen Gruß Ralf

    Ralf

  • Lieber Andreas,

    ja, ja, und JA! Dass man (auch wir hauptberuflichen Fotografen und Filmer) auch und immer Trommeln muss, um gehört zu werden, wissen nur die, die auch wissen, das erfolgreiche Unternehmen einen Marketingetat von 3,4-7 Prozent des Jahresumsatzes einsetzen, um „im Gespräch“ zu bleiben.

    Ich teile ebenso deine Ansicht zum „Traumberuf“ Fotograf. Hier urteilen Unwissende aufgrund von mediengemachten Klischees vom kreativen Wunderland. Kleine und große Fotografen/Kreative müssen Arbeiten. Und zwar härter und engagierter, als das viele Angestellte tun müssen. Das grenzt oft schon an Prostitution. Dann, und nur dann, haben wir eine realistische Chance, dass die Sonne im Arsch noch ein wenig Licht nach draußen lässt.

    Insofern: meine Unterschrift hast du sicher, wenn du die Petition „Erhaltet die freilaufenden Fotografen“ starten möchtest…;-)

    Liebe Grüße von ebenso engagierten Kollegen

    Chris

    Chris Neumann

  • Hallo Andreas,
    Da mir deine Fotos super gut gefallen stimme ich Christoph voll zu -ich freue mich auf deine nächste Werbung. Und deine Beiträge lese ich genauso gerne, du schreibst absolut unterhaltsam und immer klingt es ehrlich .
    Also -lass dich bloß nicht aufhalten.
    Liebe Grüße
    Petra

    Petra

  • Hallo Andreas,
    Schön, dass du das,mal so auf den Punkt bringst. Der Glaube ist leider bei vielen Aussenstehenden gegeben, dass wenn du Fotograf bist ein tolles Leben hast. Was es,wirklich bedeutet, wieviel man dafür wirklich arbeitet, und was man da investiert, sehen wenige. Allen voran die Hobbieknipser die meinen sich mit dem Erwerb einer Spiegelreflexkamera gleich selbstständig zu machen, ohne den Markt zu kennren, ohne vorher zu recherchieren, was da eigentlich wirklich auf sie zukommt. Ich war jahrelang selbstständig als Fotograf, bin aber wieder in die angestellte Arbeit geflüchtet bis zu meiner Erkrankung. Heute mache ich das ganze nur als Nebenerwerb, oder wie das Finanzamt es so schön beschreibt, refinanziertes Hobby. Ich kann deine Einstellung zur bewerbung deiner Bücher bestens verstehen. Wer nicht trommelt, geht unter. Wer nicht sämtliche Kanäle nutzt, verliert. Danke gür den doch sehr persöhnlichen Text und das du deine Gedankenwelt ein wenig teilst um mal aufzuzeigen, wie es wirklich ist.

    Sven Tront

  • Und ich bin stolz, dass wir dich am 3.3.2018 auf dem Learn and Give als Speaker haben. Vielen Dank dafür!

    Gerrit

  • So ist es, lieber Andreas; lass all diesen neidvollen Unrat an Dir vorbei schwimmen. Wir, die Dich und Deine wundervollen Werke mögen und schätzen, wissen, dass diese hart und mit viel Herzblut sowie finanziellem und grossem persönlichen Einsatz erarbeitet werden. Danke, dass Du uns mit Deinem AJ-Magazin ein hochwertiges Druckerzeugnis lieferst, in dem Deine unvergleichlichen Bilder würdig und eindrucksvoll präsentiert werden! Denn das ist 100% authentisch; das bist Du! Bitte weiter so – Du bist der Beste! Liebe Grüsse aus der Schweiz, Dave

    Dave Gerber

  • ieber Andreas,

    Du hast Dir hier viel Mühe gemacht, Deinem Unmut etwas Luft zu verschaffen. Ich bin in letzter Zeit auf Facebook nicht so aktiv und kenne ehrlich gesagt die Kommentare, die Dich zu diesem Blogeintrag bewegt haben, nicht. Allerdings bin ich lange genug auf Facebook unterwegs, um den allgemeinen Tenor der professionellen und nicht professionellen Fotografen (nicht auf Qualität sondern ausschließlich darauf bezogen, ob der Einzelne seinen Lebensunterhalt damit verdient oder nicht) zu kennen.

    Deshalb lehne ich mich einfach mal ein Stück aus dem Fenster, indem ich schreibe, dass Du diejenigen, die es betrifft, mit Deinen Worten wahrscheinlich nicht erreichen wirst. Vielleicht sind es dieselben Menschen, die sich über Deine Werbung ärgern, zeitgleich über Ihre unzureichende Reichweite und die magere Ausbeute an „Likes“ beschweren. Vielleicht ist auch der Eine oder Andere dabei, der seinen Lebensunterhalt mit der Fotografie bestreitet, jedoch finanziell eventuell nicht so gut aufgestellt ist und aufgrund Deiner Werbung, Deiner Magazine und Bücher dem Irrglauben verfallen ist, dass dies alles nur Glück ist, bei Dir Milch und Honig von den Bäumen fließen, und Du, wenn Du nicht gerade mit Werbung auf Facebook beschäftigt bist oder sich bildhübsche unbekleidete weibliche Geschöpfe vor deiner Linse räkeln, Du die meiste Zeit damit zu tun hast, 500-Euro-Scheine möglichst sorgfältig im Keller zu stapeln, so dass nichts umfällt.

    Dieses Thema ist aber ganz sicher weniger ein fotografenspezifisches Problem, sondern, und dass ist natürlich nur meine persönliche Meinung, eine gesellschaftliche Fehlentwicklung. So wie es meine persönliche Vermutung ist, dass früher nicht alles besser war und die Menschen von Ihrer Arbeit besser leben konnten, sondern dass wir heute einfach in einer Wohlstandsgesellschaft leben, in der es üblich ist mehr Freizeit zu haben und parallel dazu ein ausgeprägtes Konsumverhalten zu praktizieren. Leider ist dies jedoch vielen unserer Mitmenschen nicht zu vermitteln.

    Als Selbstständiger ist man ja quasi automatisch Millionär, muss kaum arbeiten und kann seinen Tag verbringen, wie es einem beliebt. Und aus meiner Erfahrung, wenn auch wie gesagt in einer anderen Branche, weiß ich, dass viele Menschen, sei es auf Facebook, oder im realen Leben vielleicht Nachbarn, Mitarbeiter oder auch Bekannte gerne unterstellen, dass man als Selbstständiger nur Vorzüge genießt. Wenn man diesen Menschen die Kehrseite wie Verantwortung, Risiko, ungeregelte Arbeitszeiten, schlaflose Nächte (und das nicht weil man ständig auf Partys geht), weniger Urlaub, weniger Freizeit etc., etc., etc. versucht zu erläutern, wird man ganz schnell als Dummschwätzer abgestempelt.

    Ich kenne Dich jetzt schon eine Weile, und auch wenn so mancher Mitleser hier vielleicht für einen Schleimer hält (hmm… ok, ein kleiner Preisnachlass beim nächsten Workshop wär schon klasse), schreibe ich es so wie ich es denke; Du warst mir von Anfang an sehr sympathisch und ich bin froh Dich zu kennen und so manches von Dir gelernt zu haben (vielleicht nicht nur fotografisch betrachtet). Abgesehen von Deinem Bildstil oder Deiner Bildsprache, wie es manche gerne formulieren, bist Du auch als Mensch, zumindest in meinen Augen, außergewöhnlich. Ich bin überzeugt, dass diese Kombination die „Marke“ Andreas Jorns“ und das Ansehen, welches Du Dir zurecht erworben hast, ausmacht und kaum kopierbar ist. Da gebe ich sogar ein wenig Neid, der aber nicht negativ gemeint ist, zu. Du kennst mich; ich bin eher der introvertierte Typ und würde sicher kaum authentisch wirken, wenn ich so offenherzig auf Menschen zugehen würde wie Du. Damit habe ich das Handycap schnell arrogant zu wirken uns Menschen nicht zu mögen. Das stimmt jedoch Beides nicht.

    Nun bin ich zur Abwechslung mal abgeschweift : Um nochmals auf das eigentliche Thema zurück zu kommen sage ich ganz klar: Wenn die Menschen die ständig an anderen rumnörgeln diese Energie in Ihr eigenes Schaffen investieren und die Zeit, in der Sie andere verunglimpfen sich vielleicht mehr auf Ihre Freunde konzentrieren und vielleicht auch mal helfen ohne den Gedanken an eine mögliche Gegenleistung, wenn manche Fotografen oder halt Menschen, die z. B. auf Facebook Ihre Werke präsentieren mit weniger Reichweite zufrieden wären und sich über einzelne „Likes“ freuen könnten, wenn diese Menschen dann auch noch ihre Bilder präsentieren ohne den Hinweis: „ich weiß, keine nackte Haut, ja – auch keine Beautyretusche und sich dann noch darauf besinnen, dass sie eigentlich aus Spaß an der Sache damit begonnen haben, könnte es für uns alle etwas entspannter werden. Und ich persönlich würde dann vielleicht sogar das eine oder andere Bild, über das ich jetzt einfach wegen der negativen Stimmung im Begleittext drüber „srolle“, liken“

    Wir sollten vor allem in der Fotografie, die ja nun reichlich Spielraum für Kreativität und Ideen bietet, uns auf das konzentrieren, was wir mögen, Dazu noch eine Prise Toleranz…. und schon kann alles viel schöner für Alle werden.

    So, das muss für heute reichen. Ich möchte nicht mein „introvertierten-Image“ auf´s Spiel setzen.

    Lieben Gruß und bis bald
    Chris

    Christoph

  • Sehr gut und sehr richtig, deine Worte sind echt toll. Es freut mich sehr, dass Du genau das machst wo dein Herz dran hängt und ich hoffe Du lässt dir von den ganzen ich sage jetzt mal „unqualifizierten“ Menschen niemals die Lust an dem nehmen wofür du lebst.

    Schönen Abend noch in die Nachbarschaft

    Rene

  • Hallo Andreas,

    lass dich nicht ärgern, die die sich darüber aufregen sind meistens die Menschen die mit ihrem Leben nicht zufrieden sind. Mach weiter so jedes aj Magazin ist ein HIGHLIGHT und bringt vielen Menschen Spaß und Inspiration.

    Ich freue mich auf deine nächste Werbung!!!

    Gruß
    Christoph

    Christoph Reuhl

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